Bruno Ganz

liest „DSCH – Spuren eines Lebens“
Musikalische Inszenierung: DELIAN::QUARTETT

15. Juni  2018  Kurtheater  I  20:00h
Signierstunde im Anschluss an die Lesung

 

Bad Homburger Poesie und Literaturfestival Bruno GanzEndlich ist es gelungen: mit BRUNO GANZ kommt einer der ganz großen deutschen Schauspielerpersönlichkeiten der Gegenwart (u.a. „Der Himmel über Berlin“, „Der Untergang“) nach Bad Homburg!
Ganz liest aus T. Vollmers sprachmächtigem, modernem Epos „Europe Central“, das Krieg und Frieden, Hitler und Stalin, aber auch die Rolle von Kunst und Künstlern unter diktatorischen Regimen thematisiert – und dabei immer wieder auf die zentrale Figur des Komponisten Dimitri Schostakowitsch, einen der großen Meister der Musik des 20. Jahrhunderts, zusteuert.
 
Das junge und bereits international renommierte deutsch/russisch/italienisch/rumänische DELIAN::QUARTETT setzt mit einer profunden Auswahl von Schostakowitschs bahnbrechenden Streichquartetten, Theatersuiten und Filmmusiken den kongenialen musikalischen Kontrapunkt: Lesung und Konzert also in Einem!

 

Eine Legende – hautnah!
Tickets incl. Gebühren Euro 30.- bis 58.-

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BRUNO GANZ
Der Schauspieler Bruno Ganz gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theater- und Filmdarsteller der Gegenwart. Seine unnachahmliche Art der Textbeherrschung, seine Ernsthaftigkeit und seine „Bescheidenheit, die … immer hinter dem Dichter stehen bleibt, sich nie vordrängt“ (Walter Schmidinger) machen seine Kunst unverwechselbar.

Früh entstand der Wunsch Schauspieler zu werden, und so verließ Bruno Ganz noch vor dem Abitur die Schule, um eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Zürich zu absolvieren. Nebenbei arbeitete er als Buchverkäufer, besuchte als Sanitäter die schweizerische Rekrutenschule und war bereits gelegentlich am Zürcher Bühnenstudio tätig. 1960, im Alter von 19 Jahren, erhielt er seine erste Filmrolle in Karl Suters „Der Herr mit der schwarzen Melone“, 1961 folgte, ebenfalls unter Suter, der Film „Chikita“.

1962 wurde Bruno Ganz an das Junge Theater in Göttingen engagiert, von wo aus er 1964 an das Theater am Goetheplatz in Bremen wechselte, das damalige Zentrum des Theateraufbruchs. Bis 1969 gehörte er dem dortigen Ensemble an und arbeitete in dieser Zeit mit Regisseuren wie Peter Zadek, Kurt Hübner und Peter Stein zusammen. Steins legendäre Inszenierung des „Torquato Tasso“, die mit ihrem revolutionären Impuls zum Grundstein für die Gründung der Berliner Schaubühne wurde, bedeutete für Bruno Ganz den Durchbruch, die Rolle des „Tasso“ machte ihn zum Star der neuen Theatergeneration.

Die Zusammenarbeit mit Peter Stein und Klaus Michael Grüber führte Bruno Ganz an die größten Bühnen des deutschsprachigen Raums; er spielte in Zürich, Bremen, München und schließlich am Theater am Halleschen Ufer in Berlin. Von 1971 bis 1975 gehörte er zu den herausragenden Darstellern im Ensemble der zum Mittelpunkt der europäischen Theaterszene avancierten Berliner Schaubühne. In der Folge arbeitete er auch mit Regisseuren wie Claus Peymann, Luc Bondy und Dieter Dorn zusammen. 1973 wurde er für seine Darstellung in der Uraufführung von Thomas Bernhards „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ bei den Salzburger Festspielen 1972 als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet.

1975 verließ Bruno Ganz das Ensemble der Berliner Schaubühne, um sich verstärkt dem Film zu widmen. Verschiedene große Produktionen, so etwa Wim Wenders’ „Der amerikanische Freund“ (1976) oder Werner Herzogs „Nosferatu“ (1978), machten ihn einem breiten Publikum bekannt. In der Folgezeit spielte er nicht nur in TV-Serien wie „Väter und Söhne“ (1986) oder „Tassilo – Ein Fall für sich“ (1990), sondern drehte vor allem für das Kino. Er arbeitete zusammen mit Regisseuren wie Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Jonathan Demme oder Francis Ford Coppola und mit Schauspieler- Kollegen wie Isabelle Adjani, Gérard Depardieu, Peter Falk, Isabelle Huppert, Burt Lancaster, Martin Landau, Ulrich Mühe, Liam Neeson, Laurence Olivier, Christopher Plummer und Hanna Schygulla. Zu seinen bekanntesten Filmen der späteren Jahre gehören „Der Himmel über Berlin“ (1987), „In weiter Ferne, so nah!“ (1993), „Brot und Tulpen” (2000), „Luther” (2000) und „Youth Without Youth” (2006). Eindrucksvoll geriet seine Darstellung Adolf Hitlers in „Der Untergang“ (2004). Zwischenzeitlich kehrte Bruno Ganz immer wieder an die Theaterbühnen zurück und spielte unter anderem in Berlin, Salzburg, Wien und, als Faust, in Peter Steins 21-stündiger Inszenierung von Goethes Faust I und Faust II, die auf der Expo 2000 in Hannover uraufgeführt wurde. Von 2010 bis 2013 war Bruno Ganz gemeinsam mit Iris Berben Präsident der Deutschen Filmakademie.

Für sein Werk erhielt Bruno Ganz etliche Preise und Auszeichnungen, darunter der Bundesfilmpreis und das Filmband in Gold 1976, der „Chaplin-Schuh“ 1979, der Hans Reinhart-Ring der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur 1991, der Adolf-Grimme-Preis und der Bremer Filmpreis 1999, der Europäische Filmpreis 2000, 2004 und 2010, der David di Donatello 2000, der Schweizer Filmpreis 2001, der Bambi 2004, das Bundesverdienstkreuz und das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 2006, die Goldene Kamera 2014 sowie 2015 die Carl-Zuckmayer-Medaille. Bruno Ganz ist Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres und Ritter der französischen Ehrenlegion. Thomas Bernhard widmete ihm sein Drama „Die Jagdgesellschaft“ („Für Bruno Ganz, wen sonst.”). Eine der höchsten Ehren wurde Bruno Ganz 1996 zuteil, als ihm in testamentarischer Nachfolge durch Josef Meinrad der Iffland-Ring überreicht wurde, der seit über 100 Jahren dem „jeweils bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters auf Lebzeiten“ verliehen wird.


DELIAN::QUARTETT
Bad Homburger Poesie und Literaturfestival Delian QuartettDer Namenspatron des delian::quartetts ist der griechische Gott Apollon, der als Gott der schönen Künste, der Musen, besonders der Musik, verehrt und nach seinem Geburtsort, der Insel Delos, auch Delian genannt wurde. „Was das Quartett auszeichnet“, so der Hessische Rundfunk im Oktober 2008, „ist zum einen die absolut lebendige, persönliche Färbung seiner Interpretationen und die Fähigkeit, auch spontan auf das einzugehen, was vom Publikum entgegengebracht wird, dessen Schwingungen und Energien aufzunehmen und in Musik umzusetzen. Jedes Konzert wird damit zu einem einzigartigen Erlebnis.“

Bereits im Jahr seiner Gründung 2007 öffneten sich dem delian::quartett die Türen der großen Häuser und bedeutenden Festspiele. Das Echo auf jene ersten Konzerte katapultierte es „praktisch über Nacht“ (Die Rheinpfalz) mitten in die internationale Konzertwelt. 2008 würdigten unter anderem die Klassik-Magazine crescendo und ensemble die aufsehenerregende Karriere des „Senkrechtstarters“ mit großen Portraits, die FAZ prophezeite, das „hinreißend musizierende“ delian::quartett werde „seinen Geheimtipp-Status wohl bald einbüßen“. Das Debüt des delian::quartetts 2009 in der Berliner Philharmonie gemeinsam mit Menahem Pressler entfachte wahre Begeisterungsstürme und wurde bereits nach dem Eröffnungsstück mit stehenden Ovationen aufgenommen. Seither verzeichnet das Ensemble von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Auftritte in Deutschland, Italien, Spanien, der Schweiz, Portugal und – als Kulturbotschafter des Goethe-Instituts – in Afrika. Auch in Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Dänemark war das Quartett umjubelter Gast, ebenso in Österreich, wo es unter anderem 2009 zum ersten Mal in den Wiener Musikverein geladen war. Sein Image als Shootingstar hat das delian::quartett längst abgestreift; heute wird es wahrgenommen als eines der „international wichtigsten Ensembles“ und „hochgeschätztes Quartett“ (aus Pressemitteilungen). Seine unkonventionelle und beziehungsreiche Programmgestaltung macht viele der Delian-Projekte zum „Ereignis“ (Bonner General-Anzeiger) und „Faszinosum“ (Frankfurter Neue Presse). Beachtung finden regelmäßig die „atemberaubenden Interpretationen“ (Ostthüringer Zeitung) des Quartetts, die wie „eine Neugeburt aus dem Geist der Musik“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) wirkten, ebenso wie seine unverwechselbare Ensemble-Persönlichkeit: eine „wundervolle Klanglichkeit und erstaunliche Plastizität der Strukturen“ (FAZ), angesichts derer aber dennoch stets gelte: „Wahrheit geht hier vor Schönheit“ (Der Tagesspiegel).

Eine rege Zusammenarbeit verbindet das delian::quartett mit verschiedenen Rundfunkanstalten wie SWR, HR, WDR, Catalunya Música, Radio France, Danmarks Radio, BR, SR, ORF oder Deutschlandfunk, die Live-Mitschnitte seiner Auftritte übertrugen, den „Spitzenwein delian::quartett“ (Radio France) in diversen Portrait-Sendungen präsentierten oder die CDs des Ensembles koproduzierten. Die schon 2008 beim Label OehmsClassics erschienene Debüt-CD des Quartetts mit Werken von Robert Schumann hielt sich in der renommierten Musikzeitung crescendo über ein Jahr lang in den Besten-Charts der Neuerscheinungen, der Rundfunksender Bayern 4 Klassik stellte sie als CD-Tip vor. Der 2010 veröffentlichten zweiten Platte des Ensembles mit Werken Joseph Haydns wurden gleichfalls begeisterte Reaktionen zuteil; unter anderem wurde sie mit „Höchstnoten auf der gesamten Linie“ Referenz-CD beim Klassik-Portal Klassik Heute und erhielt eine Nominierung für den Echo Klassik 2010. 2013 folgte, zusammen mit dem Bratschisten Gérard Caussé, eine weitere, der Kammermusik Ludwig van Beethovens gewidmete Einspielung, die durch den Sender Ö1/ORF als CD-Tip empfohlen wurde. Eine Doppel-CD zum Werk Dmitri Shostakovichs erschien 2016 in Kooperation mit dem Pianisten Anatol Ugorski. „A subtle and rewarding performance“ (the Strad), wurde sie international mit höchster Begeisterung aufgenommen; unter anderem war sie CD-Tip des SWR und wurde in die Album Selection der Lufthansa aufgenommen.

Ein großes Engagement des delian::quartetts gilt, neben der Pflege der bestehenden Streichquartett-Literatur vom Frühbarock bis zur Gegenwart, der Erweiterung des Repertoires. Es gestaltete die Uraufführung von Werken der Komponisten Alberto Colla, Per Arne Glorvigen, Gabriel Iranyi, Christian Jost, Stefano Pierini und Uljas Pulkkis; die meisten jener Kompositionen sind ihm zugeeignet. Bereicherung und zusätzliche Inspiration erfährt die musikalische Arbeit des delian::quartetts durch das regelmäßige Zusammenwirken mit anderen Künstlern von internationalem Rang in erweiterter Besetzung. Zu den Gästen des Ensembles gehören Gilles Apap, Dimitri Ashkenazy, Fabio Bidini, Matthias Brandt, Measha Brueggergosman, Gérard Caussé, die Deutsche Kammerakademie Neuss, Ya Dong, Stella Doufexis, Mojca Erdmann, José Luis Estellés, Andreas Frölich, Bruno Ganz, Christian Gerber, Pavel Gililov, Bernd Glemser, Per Arne Glorvigen, das Henschel-Quartett, Igor Kamenz, Hisako Kawamura, Michel Lethiec, Peter Lohmeyer, Ralph Manno, Sergei Nakariakov, Adrian Oetiker, Alfredo Perl, Menahem Pressler, Hartmut Rohde, David Rott, François Salque, Ragna Schirmer, Harald Schoneweg, Herbert Schuch, Sylvia Schwartz, Dora Schwarzberg, Lisa Smirnova, Heio von Stetten, Nina Tichman, Anatol Ugorski und Sophie-Mayuko Vetter.

Seit 2017 verbindet die Mitglieder des delian::quartetts als Pirastro-Artists eine Partnerschaft mit dem renommierten Saitenhersteller. Adrian Pinzaru spielt eine Violine von Giovanni Battista Rogeri, großzügig zur Verfügung gestellt durch Christine Anderson; Andreas Moschos Violine von Giovanni Francesco Pressenda ist eine weitherzige Dauerleihgabe der Paderborner Familien Lödige und Jacoby.


A.C.T. ARTIST AGENCY GMBH IN KOOPERATION MIT DER KUR- UND KONGRESS-GMBH UND DEM MAGISTRAT DER STADT BAD HOMBURG V.D. HÖHE PRÄSENTIEREN:
lesen ist kino im kopf und eine reise in fremde welten.
”Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von
Kunst und Leben zu sein.” - Oscar Wilde

Künstlerische Leitung: BERND HOFFMANN / workforce


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